Siegellack

Herkunft und Herstellung

Siegellack ist eine harzhaltige Substanz, die zuerst von den portugiesischen Händlern aus dem ostasiatischen Raum nach Europa gebracht worden ist. Der heutige Siegellack besteht aus Schellack und Terpentin, die unter Zusatz von von Benzoeharz und Tolubalsam zu einem insgesamt geschmeidigen Wachs verarbeitet werden.
Der sinnbildlich als typischer rote Siegellack wird daher nach einem bestimmten Rezept hergestellt. Dazu werden 35 % Schellack mit 24 % Lärchen-Terpentin und 9 % Magnesiumoxid vermengt. Die pulverige Masse wird durch Zugabe von 9 % Terpentinöl geschmeidig und haltbar und erhält durch 26 % Zinnober seine typische dunkelrote Farbe.
Alle anderen Farben des Siegellacks lassen sich durch die Zugabe von anderen mineralischen Pigmenten erzeugen.

Verwendung

Auch heute findet der Siegellack nach Erhitzung entweder am Docht oder als moderne Lackpistole noch immer Verwendung als Versiegelung von Briefen und anderen Dokumenten. Dabei ist es besonders wichtig hochwertigen Siegellack zu verwenden, der auch nach längerer Zeit nicht brüchig wird. Damit ist gewährleistet, dass eine Manipulation am Siegel selbst ausgeschlossen ist.
Die Viskosität des Siegellackes ermöglicht es das jeweils abzuprägende Muster und Siegel gestochen scharf abzubilden. Nach dem Erstarren des Wachses ist das Siegel nicht mehr ohne Gewaltanwendung zu brechen.

Allerdings kommt es bei der Verwendung von Siegellack bei Briefen zu Problemen. Ursache dafür ist, dass die Sortiermaschinen der Postdienste den Siegellack nicht erkennen können und so Briefe falsch abwiegen, sortieren und das Siegel eventuell beschädigen können. Deshalb sollten versiegelte Briefe immer persönlich ausgehändigt werden.

Bis heute gilt Siegellack als stilvollste Variante sein Siegel auf Dokumente aufzubringen.