Begriff
Ein Poststempel entwertet Briefmarken und kennzeichnet Postsendungen mit Informationen zur Bearbeitung – typischerweise Datum (und oft Uhrzeit) sowie Hinweise auf die bearbeitende Stelle. Heute erfolgt die Abstempelung überwiegend maschinell in Briefzentren, manuelle Stempel sind weiterhin im Einsatz.
Wofür Poststempel verwendet werden
Hauptzweck ist die Entwertung von Briefmarken, damit diese nicht erneut genutzt werden können. Zusätzlich dient der Stempel als nachvollziehbarer Hinweis, wann eine Sendung in den Postlauf gelangt ist. In vielen Fällen ist das praktisch – etwa bei fristgebundenen Vorgängen, bei denen der Zeitpunkt der Aufgabe eine Rolle spielt. Für den Eingangsnachweis beim Empfänger ist allerdings häufig der Eingangsstempel entscheidender – dazu passt unser Eintrag Posteingangsstempel.
Aufbau
In der modernen Bearbeitung werden Postsendungen in großen Teilen maschinell verarbeitet. Dafür kommen Maschinenklischees zum Einsatz; daneben gibt es weiterhin Handstempel-Varianten, die z. B. bei manueller Bearbeitung oder in Sonderfällen genutzt werden (u. a. Fauststempel, Hammerstempel oder Handrollstempel). Solche Stempeltypen werden teils auch als Reserve vorgehalten, um Betriebsspitzen oder Ausfälle abzufangen.
Welche Angaben enthält ein Poststempel?
Üblich sind Angaben zur bearbeitenden Stelle (heute häufig das zuständige Briefzentrum statt des konkreten Aufgabeorts), außerdem Datum und – je nach System – Uhrzeit der Abstempelung. In Deutschland sind Poststempel häufig rund, bestehen aus einem Doppelkreis und enthalten im unteren Bereich oft ein Posthorn-Motiv. Zusätzlich zum eigentlichen Stempel können weitere Elemente aufgebracht werden:
- Frankierwelle (wellenförmige Entwertung/Entwertungselement)
- Werbeklischee (z. B. Hinweis, Logo oder Aktionsmotiv – häufig im Zusammenhang mit Frankiersystemen)
Geschichtliches
Poststempel existieren bereits seit der Zeit vor der Briefmarke: Schon damals wurden Sendungen mit Stempelvermerken versehen, um den Postlauf zu dokumentieren. Erhaltene historische Abschläge reichen bis ins 17. Jahrhundert zurück; auch frühere Verwendungen (z. B. in Italien) werden in der Literatur genannt. Neben runden Formen waren historisch auch ovale Abdrucke verbreitet.
Vorteile
- Der Stempel macht den Bearbeitungszeitpunkt im Postlauf sichtbar.
- Kann bei fristbezogenen Vorgängen als Indiz dienen, wann Unterlagen aufgegeben wurden.
- Entwertung schützt vor Wiederverwendung von Briefmarken.
Nachteile
Durch die zentrale Bearbeitung in Briefzentren ist heute oft weniger genau erkennbar, wo eine Sendung konkret aufgegeben oder auf welcher Station sie bearbeitet wurde. Im Vergleich zu älteren Stempelungen wirkt die Ortszuordnung damit weniger „feingranular“.
Nutzungsmöglichkeiten
Poststempel werden zum Entwerten von Briefsendungen eingesetzt – bei maschinell bearbeiteten Briefen ebenso wie bei Sendungen, die manuell in Filialen oder Sonderstellen abgestempelt werden. Bei bestimmten Versandarten (z. B. einigen Paketen/Päckchen mit Filialfrankierung) kann eine manuelle Stempelung weiterhin üblich sein.
Neben dem reinen Infostempel können – abhängig vom System – Frankierwelle und Werbeklischee hinzukommen. Das Werbeklischee wird häufig im Rahmen von Frankiermaschinen genutzt und kann z. B. Absenderhinweise, Logos oder Aktionen transportieren.
Siehe auch
Synonyme
Poststempel, Post Stempel, Briefstempel, Handstempel, Fauststempel, Maschinenstempel, Frankiermaschine, Infobrief